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Die pleXxon gGmbH wurde im Herbst 2014 für seine besondere Versorgung im Rahmen der SAPV mit dem MSD- Gesundheitspreis ausgezeichnet.

Laudatio:

„Der Tod ist kein medizinisches Versagen. Der Patient wirft seinem Arzt nicht vor, dass er sterben muss. Er wirft dies auch dem Gesundheitswesen nicht vor. Er wirft es uns aber vor, wenn er beim Sterben alleine gelassen wird, unnötiges Leiden nicht vermieden wird. Wir alle haben doch mehr Angst vor dem Sterben als vor dem Tod. Wir haben Angst vor Kontrollverlust und Schmerzen. Das unsere Lieben durch unser Sterben leiden und alleine zurück bleiben werden, wühlt uns auf.

Professor Gian Domenico Borasio beschreibt in seinem Buch ,,Über das Sterben“ sehr ansprechend und einfühlsam was wir Menschen am Lebensende brauchen: Gelungene Kommunikation, die richtige medizinische Therapie, psychosoziale Betreuung und spirituelle Begleitung. Wie können wir einen solchen ganzheitlichen Umgang mit den Sterbenden ermöglichen? Es wird sich nicht alles, in Abrechnungsziffern abbilden lassen. Im Umgang mit den Sterbenden, im Umgang mit dem Tod zeigt die Gesellschaft aber ihr wahres Gesicht.

Dieses Jahr verleiht MSD zum zweiten Mal auch einen Sonderpreis für das Projekt mit der größten Patientenorientierung und erfolgreicher aktiver Einbindung der Patienten. Unter Patientenorientierung versteht man in der Medizin die Fokussierung der ärztlichen und pflegerischen Aktivitäten auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten. Dabei steht das gemeinsame Planen und Entscheiden aller notwendigen Maßnahmen mit dem Patienten im Vordergrund. Innerhalb dieses Prozesses werden auch Grenzen der Patientenautonomie, wie sie etwa durch Leiden, Schmerzen, Bewusstseinstrübung, Koma bedingt sein können, in der Therapie- und Pflegeplanung berücksichtigt.

Gerade im Sterbensprozess nimmt die Patientenorientierung eine besondere Stellung ein Jeder soll seinen eigenen Tod sterben können, jeder Mensch ist anders. Manche Menschen wollen sehr viel selbst entscheiden, andere wollen sich eher in den Händen des Arztes, der Betreuer geben. Jeder hat andere Lebensvorstellungen und Werte. Der Palliativstützpunkt Ammerland & Uplengen zeigt, dass durch individuelles Engagement gesetzlich vorgesehene Angebote in ihrer Qualität gesichert realisiert und besonders patientenorientiert gestaltet werden können. Der Palliativstützpunkt zeichnet sich aus durch

  • Gelungene Netzwerkarbeit: das bestehende Ärztenetz PleXxon GbR aus 73 haus- und Fachärzten aus 46 Praxen hat sich mit weiteren niedergelassen Ärzten, Apotheken, die Ammerland Klinik, Pflegedienste, Sanitätshäuser, die Notfallseelsorge, das stationäre Hospiz leer sowie der ambulante Hospizdienst und anderen erfolgreich vernetzt. Als noch keine SAPV-Vereinbarung geschlossen werden konnte, wurde durch Förderungsanträge und Eigenbeiträge des Ärztenetzes und der Kooperationspartner der Aufbau des Stützpunktes ermöglicht.
  • Auch wurde ein Förderverein Palliativstützpunktes Ammerland/Uplengen e.V. gegründet, der ein wichtiges Bindeglied zur Bevölkerung in Ammerland und Uplengen darstellt. Der Verein unterstützt viele begleitende Aktivitäten, die von den Krankenkassen im Rahmen der medizinisch-pflegerischen Versorgung nicht bezahlt werden, z. B. eine Trauergruppe für Kinder und Jugendliche.
  • Das Netzwerk arbeitet in der Überzeugung, dass jeder sterbende Mensch Begleitung und Unterstützung braucht, auch wenn das SAPV Palliative Care Team nicht gebraucht wird. Das Koordinationsgespräch vor Ort, der regelmäßigen Austausch zwischen Hausarzt und Palliativmediziner, systematische Dokumentation und Oualitätsmanagement, der Einsatz von ehrenamtlichen Helfern, etc. sollen eine an den Wünschen der Betroffenen orientierten Versorgung sicherstellen.
  • Der Stützpunkt hat ein ambulantes ethisches Komitee und ethische Fallbesprechungen für den Palliativstützpunkt  eingerichtet. Es geht um Fragen zu Patientenverfügungen, um eine der Lebenssituation angemessene Therapie des Betroffenen, die Überprüfung des Therapieziels, Beginn oder Beenden einer künstlichen Ernährung oder Beatmung, etc. Nichtmedizinischen Disziplinen sind ebenso mit einbezogen wie auch Mitglieder des Ethik-Komitees der Ammerland Klinik.

Die Jury des MSD Gesundheitspreis will die Verleihung des diesjährigen Preises für eine besondere Patientenorientierung auch als Anreiz für die verschiedene Akteure im Gesundheitswesen verstanden wissen, sich nachhaltig für die Versorgung am Lebensende zu engagieren und sich den existentiellen Fragen der Betroffenen zu widmen. An vielen Orten ist der Anspruch auf SAPV noch nicht durch entsprechende Angebote abgedeckt. Wir wünschen uns aber alle, dass die Gesellschaft z. B. mit Einrichtungen wie diese am Lebensende für uns da ist.“(vgl. Mann, Mirjam Düsseldorf 29.07.2014)

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