Tipps für pflegende Angehörige
Angst und Unruhe in der Sterbephase
In der letzten Lebensphase erleben viele schwerkranke Menschen Phasen von Angst, innerer Unruhe oder Verwirrtheit. Diese Situationen können sowohl für Betroffene als auch für Angehörige sehr belastend sein.
Unruhe kann sich auf unterschiedliche Weise zeigen. Manche Menschen wirken rastlos, möchten häufig ihre Position verändern oder versuchen aufzustehen. Andere ziehen sich zurück, schlafen schlecht, reagieren verwirrt oder äußern Sorgen und Ängste. Auch Halluzinationen, Albträume oder das Rufen nach vertrauten Personen können auftreten.
Wichtig zu wissen ist: Diese Veränderungen gehören häufig zum Sterbeprozess und können körperliche, seelische oder emotionale Ursachen haben.
Mögliche Ursachen von Angst und Unruhe
Körperliche
Ursachen
Viele Sterbende leiden in ihren letzten Lebenstagen unter belastenden Beschwerden. Dazu gehören beispielsweise:
- Schmerzen
- Atemnot
- Übelkeit
- Juckreiz
- starkes Schwitzen oder Frieren
- Harndrang oder Stuhldrang
- Verwirrtheitszustände
Auch körperliche Schwäche und Erschöpfung können Unruhe verstärken.
Seelische und
emotionale Ursachen
In dieser Lebensphase setzen sich viele Menschen intensiv mit Abschied, Verlust und dem nahenden Tod auseinander. Dabei können entstehen:
- Sorgen um Angehörige
- Angst vor dem Ungewissen
- Unerledigte Themen oder Konflikte
- Schuldgefühle
- Das Gefühl, Dinge nicht geregelt zu haben
- Innere Anspannung oder Überforderung
Äußere
Einflüsse
Auch das Umfeld kann Einfluss auf das Wohlbefinden haben. Belastend wirken häufig:
- Zu viel oder unerwünschter Körperkontakt
- Zu viele Reize oder Unruhe im Raum
- Laute Gespräche oder Hektik
- Häufig wechselnde Personen
- Ungewohnte Situationen
Was Betroffenen helfen kann
Oft sind es kleine, ruhige und vertraute Maßnahmen, die Sicherheit vermitteln und beruhigend wirken:
- Einfach da sein und Ruhe ausstrahlen
- Ruhig und verständlich sprechen
- Behutsamer Körperkontakt, wenn gewünscht
- Vertraute Stimmen, Musik oder Vorlesen
- Eine ruhige Umgebung schaffen
- Orientierung durch Licht und bekannte Rituale geben
- Wünsche und Bedürfnisse ernst nehmen
Manche Menschen möchten sich bewegen oder ihre Position häufig verändern. Auch dies kann Teil des Sterbeprozesses sein und sollte möglichst achtsam begleitet werden.
In einigen Situationen kann zusätzlich eine medizinische oder medikamentöse Unterstützung notwendig sein. Unser Palliativteam berät Sie hierzu individuell und begleitet Sie einfühlsam.
Unterstützung für Angehörige
Phasen von Angst und Unruhe können Angehörige emotional stark belasten und verunsichern. Deshalb ist es wichtig zu wissen, dass Sie diese Situationen nicht alleine bewältigen müssen.
Wir begleiten Betroffene und Angehörige mit Erfahrung, Ruhe und Verständnis und unterstützen dabei, Sicherheit im Umgang mit schwierigen Momenten zu gewinnen.
Unser Anliegen
Nicht jede Unruhe muss sofort unterdrückt werden. Manchmal ist sie Ausdruck eines inneren Abschiedsprozesses. Unser Ziel ist es, Beschwerden bestmöglich zu lindern und gleichzeitig die Würde, Persönlichkeit und Bedürfnisse des Menschen zu achten.
Bei Fragen oder Unsicherheiten sprechen Sie unser Palliativteam jederzeit gerne an.
Wir unterstützen Sie in unserer Sprechstunde
Unsere Beratungstermine finden donnerstags ab 13:30 Uhr in unseren Räumlichkeiten statt. Damit wir uns ausreichend Zeit für Ihr persönliches Anliegen nehmen können, bitten wir um vorige Terminvereinbarung.
Sie erreichen uns montags bis freitags zwischen 8:30 Uhr bis 17:00 Uhr telefonisch unter 04488 – 520 88 88, per E-Mail an info@palliativ-stuetzpunkt.de oder über unser Kontaktformular.