Tipps für pflegende Angehörige
Symptomlinderung und Medikamenteneinsatz in der Palliativversorgung
In der Palliativversorgung steht die Linderung belastender Beschwerden im Mittelpunkt. Ziel ist es, die Lebensqualität schwerkranker Menschen bestmöglich zu erhalten und Beschwerden wie Schmerzen, Atemnot, Angst, Unruhe oder Übelkeit wirksam zu behandeln.
Dabei werden Medikamente immer individuell auf die persönliche Situation und die Bedürfnisse des Menschen abgestimmt. Nicht jede Patientin und jeder Patient benötigt die gleichen Maßnahmen oder Medikamente.
Beschwerden gezielt lindern
In der palliativen Begleitung können unterschiedliche Symptome auftreten, zum Beispiel:
- Schmerzen
- Atemnot
- Angst und Unruhe
- Übelkeit und Erbrechen
- Verwirrtheit oder innere Anspannung
- vermehrte Sekretbildung oder rasselnde Atmung
Um diese Beschwerden zu lindern, stehen verschiedene bewährte Medikamente zur Verfügung.
Häufig eingesetzte Medikamente
Morphin
Morphin wird in der Palliativversorgung vor allem zur Behandlung von starken Schmerzen und Atemnot eingesetzt. Es kann dazu beitragen, Belastungen deutlich zu reduzieren und mehr Ruhe und Entspannung zu ermöglichen.
Midazolam und Lorazepam
Diese Medikamente können bei Angst, innerer Unruhe, Anspannung oder belastenden Krisensituationen unterstützen. Sie wirken beruhigend und angstlösend und werden individuell dosiert eingesetzt.
Butylscopolamin
Butylscopolamin wird häufig eingesetzt, um krampfartige Beschwerden oder belastende Sekretbildung zu lindern. Besonders in der letzten Lebensphase kann dies das Atmen erleichtern und für mehr Ruhe sorgen.
Haldol
Haldol kann bei Übelkeit, Verwirrtheit, Halluzinationen oder starker Unruhe hilfreich sein. Ziel ist es, belastende Symptome zu reduzieren und Sicherheit sowie Wohlbefinden zu fördern.
Individuelle und achtsame Begleitung
Der Einsatz von Medikamenten erfolgt in der Palliativversorgung immer sorgfältig und individuell angepasst. Dabei stehen nicht die „Beruhigung“ oder Einschränkung eines Menschen im Vordergrund, sondern die bestmögliche Linderung belastender Beschwerden.
Unser Palliativteam beobachtet die Wirkung der Medikamente aufmerksam und passt die Behandlung gemeinsam mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten an die jeweilige Situation an.
Unterstützung und Aufklärung für Angehörige
Der Einsatz bestimmter Medikamente kann Angehörige verunsichern oder Fragen auslösen. Deshalb nehmen wir uns Zeit für Aufklärung, Beratung und persönliche Gespräche. Uns ist wichtig, dass Betroffene und Angehörige verstehen:
Palliative Medikamententherapie dient der Symptomlinderung, dem Wohlbefinden und der Unterstützung von Lebensqualität, immer mit Blick auf die Wünsche und Bedürfnisse des Menschen.
Wir unterstützen Sie in unserer Sprechstunde
Unsere Beratungstermine finden donnerstags ab 13:30 Uhr in unseren Räumlichkeiten statt. Damit wir uns ausreichend Zeit für Ihr persönliches Anliegen nehmen können, bitten wir um vorige Terminvereinbarung.
Sie erreichen uns montags bis freitags zwischen 8:30 Uhr bis 17:00 Uhr telefonisch unter 04488 – 520 88 88, per E-Mail an info@palliativ-stuetzpunkt.de oder über unser Kontaktformular.